Dow Jones - Archiv



Chartanalyse vom 12.03.2023


Der Wochenchart zeigt, dass der "Crash-Ausflug" aus dem langfristigen Aufwärtstrend nur ein Ausrutscher war. Denn mit KW 22/2020 wurde ein nachhaltiges Zurückkehren in diesen Trend auch auf Monatsbasis geschafft. Ein erneuter Absturz Richtung 18.000 (2. Abwärtswelle) kann nun ausgeschlossen werden. Denn am 09.11.2020 stieg der Dow über das bisherige Allzeithoch, was den langfristigen Korrekturmodus beendet hat. Als neues langfristiges Ziel können nun knapp 40.000 Punkte genannt werden.

Der zuletzt gesehene dreiwöchige Ausbruch aus dem langfristigen Kanal war ein Fehlausbruch und wurde nun typischer Weise mit einer deutlichen Gegenbewegung quittiert. Es braucht aber Kurse über 35.000 Punkten, um endlich den neuen Bullenmarkt ausrufen zu können.

Rückblick

Was für eine Woche mit einer von niemanden erwarteten Überraschung.

 

Der Montag zeigte noch weitere Anstiege bis zu 50 Tage-Linie. Genau dort kam der Dow Jones nicht weiter.

 

Am Dienstag machte Jerome Powell sehr deutlich, dass die Wahrscheinlichkeit für weitere deutliche Zinsanstiege weit höher liegt, als die Märkte bis dahin erwarteten. Die Folge war eine deutliche Tagesschwäche, die aber nur den Anstieg seit Freitag ausradierte. Da hätte man deutlich Schlimmeres erwarten dürfen. Jedenfalls blieb der Index noch deutlich über 32.500

 

Ab Donnerstag geriet dann der Bankensektor ins Straucheln. Die Gründe sind bekannt. Auch die relativ guten Zahlen vom Arbeitsmarkt (geringerer Lohndruck als erwartet) interessierten keinen so wirklich. Angst vor einem schwarzen Schwan machte die Runde. Beginnt gerade eine neue Finanzkrise?

 

Der Dow rutschte bis 32.000 und darunter. Sein Novembertief war die finale Bremse. Der Tagesschluss lag dann bei 31.910 Punkten, also auch unter der 200-Tage-Linie (32.392).

 

Die lange rote Wochenkerze nähert sich dem langfristigen Aufwärtstrendkanal und weiteren starken Unterstützungen, die bis 30.664 (200-Wochen-Linie) reichen.  

Ausblick

Wer die zahlreichen Kommentare am Wochenende zur Pleite der Silicon Valley Bank verfolgt hat, weiß, dass die große Mehrheit der Experten die Marktreaktion für übertrieben halten. Es ist eben keine neue Finanzkrise. Die Bank ist zu klein und im Geschäftsmodell zu speziell, als das systemische Risiken von ihrer Pleite ausgehen könnten.

 

Nun ja, man wir am Montag sehen, ob die Märkte das auch so sehen. Jedenfalls wird am Montag auch die FED tagen. Ich glaube schon, dass das im Griff behalten wird und wenn sich das bestätigt, haben die Märkte eine Aufatmen-Rally vor sich.

 

Falls am Dienstag noch vernünftige US-Verbraucherpreise gemeldet werden, könnte es ab dann wieder über die 200-Tage-Linien zurück gehen.

 

Der Dow sollte möglichst sein Schocktief vom Freitag nicht unterbieten, sonst eröffnet sich Luft bis 30.500. Allerdings kommt davor ein massiver Unterstützungscluster, der von 31.727 über ca. 31.200 (untere Kanalbegrenzung des langfristigen Aufwärtstrendkanals im Wochenchart) bis zur 200-Wochenlinie (aktuell bei 30.664) führt.

 

Hier wäre also wirklich ein hammerhartes Brett zu bohren. Ich gehe davon aus, dass es halten wird.

 

Entspannung sehen wir leider erst bei Kursen über dem Hoch von letztem Montag, also über 33.572. Dann wäre Platz bis ca. 34.000. Kleines Aufatmen gibt es über 32.500.

 

Montag muss der Markt entscheiden, ob er weiter Panik will oder ob es der Notenbank gelingt zu beruhigen. Mit etwas Glück könnten die Verbraucherpreise Februar, die am Dienstag gemeldet werden, weniger stark gestiegen sein, als erwartet. Und, aufgrund der instabilen Situation wird die FED am 22.3.23 wohl kaum mehr als 25 Basispunkte anheben, vielleicht sogar mal aussetzen.

 

Da kommt also eine sehr spannende Woche auf uns zu, die auch noch eine Stunde eher beginnt: In den USA ist schon seit dieser Nacht Sommerzeit. US-Handel in den nächsten 2 Wochen als von 14:30 – 21:30 Uhr unserer Zeit.

 

Widerstände sind: 32.010 (1k), 32.272, 32.500, 33.520, 33.950, 34.342, 34.712, 35.000, 35.095 (1l), 35.200, 35.372, 35.640, 35.824, 36.044, 36.514, 36.566, 36.953, 37.150, 37.270, 37.400, 38.000, 39.000, 39.800

 

Unterstützungen sind: 31.727, 31.161, 30.500, 30.206, 29.568 (1j), 29.250; 29.010, 28.661, 28.156, 27.850, 27.399 (1i), 26.144, 26.000, 25.800 (1h), 25.524, 25.000, 24.700 (1g), 24.294, 24.060, 23.730, 23.243 (1f), 22.942, 22.790, 22.179 (1e), 21.200 (1c), 20.735, 20.380 (1a), 20.000 (1).


Die nächste Dow-Jones-Einschätzung folgt am 19.03.2023. Viele Grüße und viel Erfolg.


Download
Leseprobe der apunkt-NEWS vom 11.06.2023
Adobe Acrobat Dokument 228.7 KB